MBOR
Informationen für Gesundheitsfachkräfte in Reha-Einrichtungen
- Was ist eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR)?
- Für wen ist die MBOR gedacht?
- Wie können Sie vorbereiten und motivieren?
- Welche diagnostischen Instrumente können in der MBOR eingesetzt werden?
- Therapiebausteine
- Welche Nachsorgeangebote gibt es?
- Zusammenarbeit mit externen Institutionen
- Wirksamkeit und Literatur
- Ihre Meinung zählt!

Was ist eine medizinisch-beruflich orientierte Rehabilitation (MBOR)?
Bei der MBOR handelt es sich um ein Reha-Angebot der gesetzlichen Rentenversicherung (DRV). Die MBOR richtet sich an Personen, bei denen ausgeprägte arbeits- und berufsbezogene Probleme vorhanden sind (z. B. längere Zeiten der Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit, Konflikte am Arbeitsplatz). Diese können sich ungünstig auf die Erwerbsfähigkeit, den Verbleib im Erwerbsleben oder auf die Rückkehr ins Erwerbsleben („return to work“) auswirken.
Die MBOR ist daher besonders auf gesundheitsrelevante Faktoren des Arbeitslebens ausgerichtet. Ziel ist es, die gefährdete oder bereits beeinträchtigte Erwerbsfähigkeit zu verbessern oder wiederherzustellen. Der Verbleib der Patientinnen und Patienten in Arbeit und Beruf soll gefördert bzw. seine Wiedereingliederung erleichtert werden. Damit soll die dauerhafte Teilhabe am Arbeitsleben gesichert werden.
Haben Sie schon unser Video über die Reha-Formen MBOR und VOR entdeckt? Dort bringen wir die wichtigsten Informationen zur MBOR auf den Punkt.
Für wen ist die MBOR gedacht?
Zielgruppe der MBOR sind Personen mit so genannten besonderen beruflichen Problemlagen. Darunter versteht man zum Beispiel
- lange oder häufige Zeiten der Arbeitsunfähigkeit und/oder Arbeitslosigkeit
- negative subjektive berufliche Prognose, verbunden mit der Sorge, den Anforderungen des Arbeitsplatzes nicht gerecht werden zu können,
- aus sozialmedizinischer Sicht erforderliche berufliche Veränderungen.1
Für diese Personen gibt es in der MBOR spezifische Angebote, um den Verbleib am bzw. die Rückkehr an den bisherigen Arbeitsplatz zu ermöglichen.
Man geht davon aus, dass im Schnitt ca. 40% aller Menschen in der Reha besondere berufliche Problemlagen aufweisen. Es gibt aber Unterschiede je nach Beruf, regionalem Arbeitsmarkt oder Indikation, so sind z.B. für die onkologische oder psychosomatische Rehabilitation noch höhere Anteile dokumentiert2.
Um Personen mit besonderen beruflichen Problemlagen identifizieren zu können, wurden mehrere Screenings entwickelt. Diese geben wichtige Hinweise auf einen entsprechenden Reha-Bedarf und werden in Reha-Einrichtungen bzw. bei Rentenversicherungsträgern zur Zuweisung von Angeboten verwendet.
Wie können Sie vorbereiten und motivieren?
Nicht alle Rehabilitandinnen und Rehabilitanden fühlen sich gut auf die Reha vorbereitet3. Um gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung zu schaffen, können sowohl vor Beginn als auch während der Reha einige Maßnahmen zur Information und Motivation getroffen werden:
Welche diagnostischen Instrumente können in der MBOR eingesetzt werden?
In der MBOR sind diagnostische Instrumente in der Eingangs-, Verlaufs und Abschlussdiagnostik ein wichtiges Werkzeug. Mit ihrer Hilfe können individuelle berufliche Problemlagen erfasst sowie Aussagen zu Anforderungen, Belastungen und Leistungsvermögen der Betroffenen gemacht werden. Das ist für die Therapieplanung zentral. Diagnostische Instrumente liefern außerdem wichtige Informationen für die sozialmedizinische Einschätzung der Rehabilitandinnen und Rehabilitanden am Ende der Maßnahme.
Therapiebausteine
Ziel berufsbezogener Interventionen in der medizinischen Rehabilitation ist es, arbeits- und berufsbezogene Problemlagen frühzeitig zu bearbeiten bzw. weiterführende Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zeitnah einzuleiten.
Welche Nachsorgeangebote gibt es?
Eine effektive MBOR endet nicht, wenn Rehabilitandinnen und Rehabilitanden die Reha-Einrichtung verlassen. Vielmehr sollten sich Nachsorgemaßnahmen anschließen, die ihnen gezielt und konkret helfen können, in ihrem Beruf bzw. an ihrem Arbeitsplatz wieder leistungsfähig zu sein.
Um eine wirksame Nachbehandlung anzubahnen, sollte zeitnah nach Beendigung der MBOR ein ambulanter Termin beim behandelnden Arzt / der behandelnden Ärztin stattfinden.
Spezifische Informationen zum Thema Übergangsmanagement finden Sie in der Toolbox.
Zusammenarbeit mit externen Institutionen
Wirksamkeit und Literatur
Weitere Informationen zu MBOR:

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Quellenangaben
- MBOR-Anforderungsprofil, DRV Bund, 2023 ↩︎
- Bethge et al., 2025; Bürger et al., 2022; Streibelt, 2018 ↩︎
- Walther et al. 2015; Walther et al. 2017 ↩︎
- Lukasczik et al., 2024 ↩︎
- Zwerenz et al., 2005 ↩︎
- MBOR-Anforderungsprofil, DRV Bund, 2023 ↩︎
- Gensby et al., 2014 ↩︎
- Gensby et al., 2012; Gensby et al., 2014 ↩︎