Praxisbeispiel

Multidimensionale MBOR: Interaktiver Adventskalender

Einrichtung: Johannesbad Fachklinik Hochsauerland in Schmallenberg

Indikation: Psychosomatik

Zielgruppe: Rehabilitandinnen und Rehabilitanden mit besonderen beruflichen Problemlagen

Beteiligte Berufsgruppen: Ergotherapie, Kunsttherapie, Musiktherapie, Sozialdienst, Physiotherapie, Sporttherapie, Ernährungstherapie, Psychologie

Schmallenberg auf einer Deutschlandkarte

Ziele

Ziel unserer MBOR-Konzeption ist es, berufsbezogene Probleme bei der Durchführung des interdisziplinären Angebotes zu erkennen und mit geeigneten Maßnahmen zu bearbeiten. Der Arbeitsbezug einzelner Inhalte erschließt sich dabei primär über die Förderung grundlegender arbeitsbezogener Kompetenzen (gemäß International Classification of Functioning, Disability and Health – ICF, Klassifikation d), die insbesondere bei psychosomatischen Patientinnen und Patienten häufig beeinträchtigt sind. Hierzu zählen u. a. Selbststeuerung, Durchhaltefähigkeit, soziale Interaktion, Anpassungsfähigkeit sowie Proaktivität. Ihr Transfer in berufliche Anforderungen soll angebahnt werden.

Der Verbleib der Patientinnen und Patienten in Arbeit und Beruf soll in praktisch integrierten Angeboten gefördert beziehungsweise die Wiedereingliederung erleichtert werden.

Beschreibung

Mehrdimensionale MBOR-Konzeption, repräsentiert durch ein multiprofessionelles interdisziplinäres Team, in Einzel-, Gruppen- und Projektarbeit in analoger und digitaler Durchführung. Die Präsentation der Inhalte erfolgt analog im Foyer der Klinik sowie über die hausinterne Klinik-App.

Exemplarische Konkretisierung des Arbeitsbezugs ausgewählter Inhalte:

  • Kreativangebot (z. B. Basteln von Papierengeln):
    Förderung von Ausdauer, Frustrationstoleranz und strukturierter Aufgabenbearbeitung. Diese Kompetenzen sind zentral für die Bewältigung beruflicher Anforderungen, insbesondere bei monotonen oder komplexeren Tätigkeiten.
  • Bewegungsimpulse (z. B. Nikolausvideo):
    Unterstützung der körperlichen Aktivierung und Belastungsdosierung im Alltag. Dies ist relevant für die berufliche Leistungsfähigkeit, insbesondere im Hinblick auf Belastbarkeit, Pausenmanagement und langfristige Gesunderhaltung im Arbeitskontext.
  • Meditation / Entspannungsangebote:
    Förderung von Stressregulation und emotionaler Stabilisierung. Diese Fähigkeiten sind wesentlich für den Umgang mit arbeitsbezogenen Belastungen, Zeitdruck und Konfliktsituationen.
  • Reflexionsimpulse (z. B. Selbstwert-Themen):
    Stärkung von Selbstbehauptung und Selbstsicherheit, welche grundlegende Voraussetzungen für berufliche Kommunikation, Abgrenzung und Konfliktfähigkeit darstellen.
  • Soziale Aktivitäten (z. B. „Rudelsingen“):
    Training von Kontaktfähigkeit, Gruppenintegration und sozialer Interaktion – zentrale Kompetenzen für Teamfähigkeit und Kooperation am Arbeitsplatz.
  • Kognitive Aktivierungen (z. B. Rätsel):
    Förderung von Konzentration, Problemlösefähigkeit und kognitiver Flexibilität, die unmittelbar arbeitsrelevant sind.
  • Ernährungsbezogene Inhalte:
    Unterstützung von Selbstfürsorge und Tagesstrukturierung als Grundlage für stabile Leistungsfähigkeit im Berufsalltag.

Hausintern sind als Informationsunterlagen Poster zu den Themen „Das MBOR-/Kreativteam“ und „MBOR-Therapieangebote“ vorhanden.

Zusammenfassend liegt der Arbeitsbezug unseres Angebotes weniger in einer direkten Simulation konkreter beruflicher Tätigkeiten, sondern vielmehr in der gezielten Förderung von Basisfunktionen und Schlüsselkompetenzen, die eine wesentliche Voraussetzung für Erwerbsfähigkeit und berufliche Teilhabe darstellen.

Das sagt die Klinik:

Hilfreich bei der Implementierung:


● Sehr gute interdisziplinäre Zusammenarbeit des multiprofessionellen Teams

Ausstattung & Materialien

  • Analoger Adventskalender mit 1 Tür, inklusive Befestigungsmöglichkeit des täglichen Angebotes
  • Klinik-App

Quelle: Johannesbad Medizin Fachklinik Hochsauerland

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